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Beziehungskrise – Die Frau und der heimliche Schattenmann

Der Psychologe Wolfgang Hantel-Quitmann nennt es das "Madame-Bovary-Syndrom" und hat das Phänomen des Schattenmanns über lange Zeit untersucht - eine Frau lebt eigentlich glücklich in einer Beziehung, hat aber über Jahre hinweg einen anderen Mann in ihrem Kopf, den sie mit sich herum trägt.

Dieser Schattenmann, meist ist es eine konkrete Person aus ihrem Leben, ist eine tief in die Psyche verlagerte Idealvorstellung des perfekten Partners. Oft tritt ein solcher Schattenmann unverhofft ins Leben der Frau, durch ein bestimmtes Lächeln oder eine Art zu sprechen aktiviert er bestimmte unbewusste Wunschvorstellungen, die in der Folge immer ausgeprägter werden können.

Im schlimmsten Fall können die imaginierten Idealvorstellungen, die mit dem Schattenmann identifiziert werden, so groß werden, dass sie die eigentliche Beziehung zu ihrem Partner erdrücken. Die Frau sieht ihre Ideale in ihrem Partner nicht erfüllt und wird zusehends unzufrieden mit ihrer Situation.

Die Frauen stellen sich dann möglicherweise die Frage. Warum soll ich mit meinem unvollkommenen Mann zufrieden sein, wenn es doch augenscheinlich die Möglichkeit gibt, meinen Traummann zu finden? Sieht die Frau dann die Realität zunehmend nur als mangelhaften Abklatsch ihrer Traumvorstellungen so leidet die Partnerschaft darunter immens.

Dabei kann das Vorhandensein eines Schattenmannes durchaus auch positive Effekte auf eine bestehende Beziehung besitzen. Psychologe Hantel-Quintmann erklärt, dass eine Beziehung davon profitieren kann, wenn der Schattenmann offen thematisiert wird. Tauschen sich die Partner über versteckte Wunschvorstellungen offen aus, kann dies der Beziehung neue Impulse geben.

Quelle: Focus-Online
Bild: Mike Baird (Flickr)

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