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Ehevertrag: Unromantisch, aber nützlich

Das Wort "Ehevertrag" hat in Deutschland einen sehr schlechten Ruf. Wer solch eine Vereinbarung eingeht, der hat damit quasi schon die Scheidungspapiere unterschrieben, meinen viele. Denn ein Ehevertrag kommt erst dann zum Zuge, wenn die Verbindung gescheitert ist. Hat man ihn aber im Vorfeld geschlossen, erspart er im Wortst Case eine Menge Ärger. Allgemein gesagt, geben sich Eheleute mit solch einem Vertrag Regeln für die Ehe und vor allem für die eventuelle Scheidung.

Verteilung des Vermögens klären

Irgendwie ist es auch ein zweischneidiges Schwert. Ein Paar hat sich frisch verliebt, lebt einge gewisse Zeit, oft Jahre, zusammen und entschließt sich dann zu heiraten. Da spielen Gedanken an eine Scheidung gar keine Rolle. Zumindest sollten sie das nicht. Aber trotzdem raten immer mehr Juristen heiratswilligen Paaren zur Schließung eines Ehevertrags. Denn sollte es tatsächlich mal zu einer Scheidung kommen, regelt solch ein Vertrag die Verteilung der Güter.

Viele Paare wollen sich aber erst gar nicht vor der Heirat mit dem Scheitern beschäftigen. Das ist auch allzu verständlich, denn die Vorstellung ist unromantisch. Aber in Deutschland scheitern inzwischen fast 50 Prozent der Ehen. Und so manches Scheidungsopfer denkt sich dann hinterher: Hätte ich mal einen Ehevertrag abgeschlossen.

Ein Ehevertrag soll vor allem einen Scheidungskrieg verhindern. Oft ist ein Partner vor dem Scheidungsrichter sehr enttäuscht und will mit aller Macht dem ehemaligen Ehepartner schaden. Der Ehevertrag würde die Verteilung der Güter und des Guthabens im Vorfeld klären. Vor allem, wenn ein Partner ein Vermögen mit in die Ehe bringt, ist ein Ehevertrag von Vorteil.

Doch solch ein Vertrag regelt noch mehr als die pure Verteilung des Geldes. Auch die Rentenansprüche, die während der Ehe erarbeitet wurden, sind darin enthalten. Und auch eventuelle Unterhaltszahlungen können notariell im Vorfeld festgelegt werden.

Anwalt muss dabei sein

Durch die vielen Paragraphen, die das deutsche Grund- und Scheidungsgesetz hat, ist es ratsam, den Ehevertrag mit einem Anwalt zu besprechen. Solch eine Vereinbarung muss notariell beurkundet werden, sonst hat sie vor einem Gericht keinen Bestand. Und wer heiraten möchte, sollte keine Angst vor dem Gespräch über einen Ehevertrag haben. Eine Unterschrift darunter bedeutet ja nicht, dass man sich auf jeden Fall scheiden lässt, das bedeutet nur, dass man im eventuellen Falle darauf vorbereitet ist.

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