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Gehirnstudie: Warum Männer Frauen nicht verstehen

"Kann er nicht, oder will er nicht?", fragen sich die meisten Frauen, wenn ihr Partner mal wieder überhaupt nicht kapiert, was sie gerade denkt oder fühlt. Frau reagiert oft wütend und verzweifelt - der ideale Partner sollte einen doch blind verstehen. Das aber kann das männliche Gehirn gar nicht. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der Universität Duisburg-Essen gekommen und veröffentlichten ihre Studie im Fachmagazin "Plos One".

In der Studie wurden männlichen Probanden Fotos von je 18 weiblichen und männlichen Augenpaaren gezeigt. Die Augen sind für den Menschen eine wichtige Informationsquelle für Gefühlszustände. Die Forscher baten die Probanden darum, die jeweils dazu gehörenden Emotionen zu deuten.

Das Ergebnis: Bei Frauenaugen fiel es den Männern doppelt so schwer, Gefühle und Stimmung einzuschätzen als beim Ansehen der Augen von anderen Männern. Den Grund dafür lieferten den Experten Gehirnscans, die während der Versuche durchgeführt worden sind: Beim Betrachten männlicher Augenpaare wurde bei den Probanden das Amygdala-Gehirnareal aktiviert. Es ist zuständig für emotionale Bewertungen und Wiedererkennung von Situationen allgemein, sowie für die Gefahrenanalyse. Die Versuchsteilnehmer riefen ihre eigene Erfahrungen ab und konnten deshalb mit dem männlichen Gegenüber mitfühlen. Wenn sie jedoch weibliche Augen betrachteten, blieb das Gehirn in der Amygdala-Region inaktiv und die Männer griffen nicht auf eigene Gefühle zurück. Ihr Gehirn suchte vielmehr nach Erinnerungen an andere, ihnen bekannte Frauenaugen, die den gezeigten Augenpaaren ähnlich sahen. Dieser unpersönliche Gedankenprozess hat zu den schlechteren Ergebnissen geführt.

Es ist also kein Wunder, dass Männer und Frauen sich oft missverstehen und viele Beziehungen leider auch daran scheitern. Die Ursache liegt vermutlich in der Evolution begründet: Bei Revierkämpfen und auch bei der Jagd war es für Männer überlebenswichtig, erahnen zu können, was ihr Gegenüber dachte und fühlte - ob der andere Mann ein Rivale oder Verbündeter war, eine Gefahr von ihm ausging oder er eine Hilfe darstellte.

Es gibt weitere Versuche mit Gehirnscans die belegen, wie groß die Rolle das Gehirns beim Miteinander von Männern und Frauen ist: US-Forscher der Brown University konnten in einem Versuch vorhersagen, ob eine Liebesbeziehung die nächsten drei Jahre halten würde. Sie hatten zwölf frisch verliebten Paaren Fotos des Partners vorgelegt und sie gebeten, an gemeinsame Erinnerungen zu denken. Dabei wurde das Gehirn der Verliebten gescannt. Zeigte sich eine hohe Aktivität im Gehirnareal für Empfinden von Schönheit, handelte es sich um eine potentiell stabile Beziehung. Schlug eher der Gehirnbereich der für Kritik zuständig ist an, war eine Trennung der Paare absehbar.

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