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Immer weniger Sex in deutschen Betten – Studie zu Sexualverhalten und Enttabuisierung

Einer neuen Studie zu Folge nimmt die sexuelle Aktivität in deutschen Betten immer mehr ab – die These: öffentlicher Sex und ungehemmte Darstellung von Sexualität in der Öffentlichkeit beeinflussen das Sexualverhalten in starkem Maße.

Die Studie aus dem Magazin für Psychologie und Hirnforschung “Gehirn & Geist“ zeichnet ein Bild, nachdem die sexuelle Aktivität der Deutschen seit den 1980er Jahren stark zurück gegangen ist. So gaben 17% der Befragten an, zwar in einer Beziehung zu leben, in den vergangenen vier Wochen aber kein einziges Mal mit dem Partner Sex gehabt zu haben.

Ganze 57% gaben an, in besagtem Monat nur ein einziges Mal mit dem Partner verkehrt zu haben und schließlich nur jeder Vierte sprach davon, regelmäßig Sex in der Beziehung zu haben.

Den Grund für diese Entwicklung sehen die Macher der Studie in der kontinuierlichen Enttabuisierung von Sex in den letzten 30 Jahren. Dies habe eben nicht dazu geführt, dass die Menschen sich auch mehr ihrer Lust hingeben, sondern dass ihnen im Gegenteil die Lust daran vergeht.

Der Forscher Peter Fiedler dazu: "In dem Maß, wie die traditionelle Sexualmoral mit ihren Verboten, Sanktionen und Schuldgefühlen verschwand, machte sich scheinbar Langeweile breit. Offensichtlich besaßen gerade die unerfüllten, oft verbotenen oder tabuisierten sexuellen Wünsche und Bedürfnisse eine große Triebkraft."

Kann es also wirklich stimmen? Haben uns öffentliche Darstellung von Sex und dessen Enttabuisierung zu lustlosen Menschen gemacht? Die Studie zum Sexualverhalten in Deutschland legt diese Vermutung nahe – es bleibt aber auch die Hoffnung, dass am Ende Lust und sexuelle Aktivität doch nicht ganz so fremd bestimmt sein müssen.

Quelle: Süddeutsche.de
Bild: bethography – melting mama (Flickr)

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