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Mythen der Verhütung Teil 1

Über die Empfängnisverhütung gibt es eine ganze Reihe von Mythen, die die Wissenden teilweise nur noch zum Schmunzeln bringen. Was daraus folgt sind nicht selten ungewollte Schwangerschaften bei Teenagern. Dabei sind die Möglichkeiten zu verhüten vielfältig und relativ sicher. Schon Casanova benutzte im 18. Jahrhundert kondomartige Überzieher und die Antibabypille existiert offiziell auch schon seit rund 50 Jahren. Dennoch verlassen sich Paare häufig lieber auf eine Reihe von unsicheren Aussagen zur Verhütung, aber was ist dran an den Mythen?

Eine der am weitesten verbreiteten Verhütungsmethoden, die diesen Namen eigentlich schon nicht verdient, ist der Coitus interruptus. Viele insbesondere junge Paare meinen, sie seien vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt, wenn der Mann sein Glied aus der Frau zieht, bevor er einen Orgasmus hat. Das Problem dieser Methode ist, dass der Mann schon lange vor dem eigentlichen Samenerguss unbemerkt sogenannte Lusttropfen verliert, die zur Befruchtung einer Eizelle reichen können. Mal abgesehen davon verlangt es Übung, Beherrschung und Disziplin den Sex wirklich auf diese Art zu unterbrechen. In Zahlen ist das Risiko zwar nicht besonders hoch, aber von einer sicheren Verhütungsmethode ist der Coitus interruptus meilenweit entfernt.

Weniger ein Mythos als zweifelhafte Werbeversprechen ranken sich um die modernen Verhütungscomputer. Diese messen Temperatur- bzw. Hormonwerte der Frau und können so bestimmen, an welchen Tagen sie fruchtbar ist. Die Methode an sich ist schon mal logisch und sinnvoll, denn eine Frau läuft eigentlich nur an wenigen Tagen im Monat Gefahr schwanger zu werden. In der Praxis sieht das aber schon mal anders aus: Der Zykluscomputer arbeitet nur mit wenigen Werten des Körpers und wird damit fehlbar, außerdem eignet er sich nur für Frauen, deren Zyklus zwischen 23 und 35 Tagen dauert, keine Medikamente einnimmt, nicht stillt, gesund ist, und und und...alles in allem bestehen große Unsicherheitsfaktoren. Außerdem klingt die versprochene Zuverlässigkeit von 94 Prozent viel höher als sie ist, die Antibabypille z.B. bietet im Vergleich dazu zwischen 99,1 und 99,9 Prozent.

Was sich ebenfalls eher als Mythos erwiesen hat ist die Annahme, eine Frau könnte eine gewisse Zeit nicht schwanger werden, nachdem sie die Pille abgesetzt hat. Es ist zwar tatsächlich so, dass der weibliche Körper eine ganze Zeit brauchen kann, bis er sich auf die hormonelle Veränderung eingestellt hat. Dennoch bedeutet das nicht, dass man vor einer Empfängnis geschützt ist. Obwohl manche Frauen nach dem Absetzen der Antibabypille drei bis vier Monate auf ihre Regel warten, besteht zumindest die Möglichkeit, dass sie am ersten Tag danach schwanger werden. Es gibt also keine verlängerte Wirkung der Hormone und wer nicht auf ein Kind eingestellt ist sollte nach dem Absetzen der Pille auf andere Weise verhüten.

Und auch mit einem weiteren Mythos muss man aufräumen: Das Stillen eines Babies schützt davor, schwanger zu werden. Der Zusammenhang, den viele junge Mütter sehen, besteht tatsächlich. Stillen kann den Eisprung blockieren und so verhütend wirken, allerdings müssen viele Bedingungen erfüllt sein, die das Stillen letzlich als Methode hinfällig werden lassen. Das Baby darf z.B. nicht älter als sechs Monate sein, muss durchgehend seit der Geburt Tag und Nacht gestillt werden und bei der Mutter darf noch keine Regelblutung eingetreten sein.

Traurig aber wahr, einige der weit verbreiteten Verhütungsmethoden erweisen sich als Mythen und fallen kategorisch raus. Eine absolute Sicherheit gibt es beim Verhüten ohnehin nicht, aber besser tut man sich garantiert mit Kondomen und der Pille.

Quelle: fem.com
Bild: www.arkofjoan.com.au

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