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Mythen der Verhütung Teil 2

Vor kurzem haben wir schon mit den ersten Mythen rund um die Verhütung aufgeräumt, nun folgt der zweite Teil. Während nämlich das Stillen, der Coitus Interruptus und Zykluscomputer für viele Paare als selbstverständliche Verhütungsmethoden wahrgenommen werden, gibt es noch einige andere Gerüchte um das Thema.

Zahlreiche Frauen stellen mit der Einnahme der Pille auch eine Verminderung der sexuellen Lust fest. Einen tatsächlichen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass sich die Hormone negativ auf das sexuelle Verlangen auswirken gab es aber lange nicht. Vor drei Jahren fand man dann in einer Studie heraus, dass Anwenderinnen der Pille eine höhere Konzentration des Testosteron hemmenden Proteins SHBG im Blut haben. Testosteron ist mit veranwortlich für die sexuelle Lust der Frau, somit gilt für diese Frauen wohl, dass die Pille ihr Verlangen auf Dauer vermindert. Auf der anderen Seite gibt es auch zahlreiche Frauen, die diese Wirkung nicht wahrnehmen, so dass man von einer Veranlagung in bestimmten Fällen ausgehen muss. Im Zweifelsfall kann übrigens schon der Wechsel zu einer anderen Pille helfen und generell wirken immer verschiedene Faktoren auf die sexuelle Lust, der Gang zum Arzt lohnt also immer.

Noch viel häufiger als von sexueller Unlust hört man davon, dass Frauen von der Pille zugenommen haben sollen. Laut Befragungen sind mehr als ein Viertel der Frauen, die die Pille nehmen, der Meinung sie wären dadurch dicker geworden. Studien dazu haben keine eindeutigen Ergebnisse gebracht, weisen aber eher daraufhin, dass es sich nur um einen Mythos handelt. Kölner Forscher behandelten Frauen mit der Pille und Plazebos, beide Gruppen unterschieden sich in der Gewichtszunahme nur unwesentlich. Das Fazit: Die Untersuchung habe "keine entscheidende Verbindung zwischen hormoneller Verhütung und Gewichtszunahme" aufgewiesen. Natürlich besteht auch hier die Möglichkeit, dass was dran ist am Mythos, zumal alle Frauen ganz individuelle Körper haben. Daher gilt wie im Fall der verminderten Lust, einfach mal zum Frauenarzt gehen und eventuell das Präparat wechseln.

Ein weiterer eventuell verhängnisvoller Mythos in Sachen Verhütung ist die Annahme, dass eine Frau während ihrer Regel nicht schwanger werden kann. Zwar stimmt es, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, da die Frau nur an wenigen Tagen ihres Zyklus fruchtbar ist. Die Möglichkeit besteht aber, allein schon deshalb weil Spermien im weiblichen Körper bis zu sechs Tage überleben können und durch Unregelmäßigkeiten die fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Tage einer Frau nur sehr schwer bestimmt werden können. Als "sicher verhütet" fällt der ungeschützte Sex während der Regel also definitv weg.

Das skurrilste aus der Welt der Verhütung ist wohl die Behauptung, dass Coca Cola eine Schwangerschaft verhindern kann. Schon vor einiger Zeit berichteten wir in dem Zusammenhang von der nicht ganz ernst zu nehmenden IgNobel-Preisverleihung. Tatsächlich ist die Wirkung des Getränks wissenschaftlich erforscht worden und tatsächlich tötet Coca Cola Spermien ab, aber alles in allem eignet sich die Limonade genauso wenig zur sicheren Verhütung wie z.B. der Coitus Interruptus.

Es gilt also weiterhin: Ganz genau informieren, was sicher ist und was nicht. Wenn man keine Kinder möchte hält man sich am besten an Kondome, Pille und Co. Sonst kann es sein, dass einen die Verhütungsmythen schneller als man denkt zur ungeplanten Familie machen.

Quelle: Fem.com
Bild: www.arkofjoan.com.au

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